Julian Iser

Die Schulzeit war für mich mehr als nur Unterricht – sie war eine Phase intensiver Selbstreflexion. Ich stand an einem Punkt, an dem ich nicht wusste, wie es weitergehen sollte, und selbst der Schulabschluss schien in Frage zu stehen. Doch gerade diese Unsicherheit öffnete mir den Raum, mich zu fragen: Was will ich wirklich von meinem Leben?

Aus dieser inneren Suche entstand der Mut, meinen eigenen Weg zu gehen – und damit auch die Basis für mein künstlerisches Schaffen. Ich fing an zu malen, und das war endlich etwas, wo mir niemand gesagt hat, was richtig und falsch ist, was gut und schlecht ist. In der Kunst konnte ich einfach sein.

Die Kunst hat mir eine Freiheit gegeben, die ich so vorher noch nie erlebt hatte, und Schritt für Schritt bin ich aus diesem Loch herausgekommen. Das war kein einfacher Prozess, aber ich habe ihn durchgestanden und auf diesem Weg so viel über mich und das Leben gelernt. Mein Blick auf die Welt hat sich verändert. Ich kann kaum fassen, wie viel Frust in den Menschen steckt und wie schnell man heutzutage seine Träume aufgibt. Dinge wie „Tagträumer:in“ zu sein, werden als verwerflich angesehen, sich in Details zu verlieren ist ein „Konzentrationsproblem“, und einen positiven Blick zu haben, wird als „dumm“ abgetan. Dabei ist das einzig Dumme, im trostlosen Hamsterrad zu bleiben und nur nach vorne zu schauen, anstatt nach innen.

Die Welt ist voller Farben, voller Leben.

Das möchte ich den Betrachter:innen meiner Werke mitgeben: Hoffnung, den Mut, das eigene Leben in die Hand zu nehmen, die Augen zu öffnen und nicht aufzugeben. Aber auch, schwere Zeiten zu überstehen und gegen den Frust der Welt anzukämpfen.

Was ich den Menschen sagen will, ist:

„Be a dreamer,

be the change.“

Sei das, was du in der Welt sehen willst, und sei gut zu dir selbst.

Fotos: Timo Palfinger

Julian Iser